Sven Giegold
Spitzenkandidat von Bündnis 90 / Die Grünen für die Europawahl

Sprecher der Europagruppe Grüne
„Kommt, wir bauen das neue Europa!“

Aufräumen nach der Krise – Die Arbeitsintensität des ECON

Kürzlich ist eine Übersicht des Europaparlamentes über die Arbeitsintensität der verschiedenen Ausschüsse erschienen. Diese Informationen machen deutlich, wie aufwändig die Arbeit im Bereich der Finanzmarktregulierung nach der Krise ist.

Die auch unten aufgeführten Tabellen zeigen, wie aktiv der ECON-Ausschuss in den vergangen Jahren war. So war der ECON im Zeitraum von 2011 bis April 2013 an insgesamt 181 Trilogverfahren beteiligt, was deutlich über dem Durchschnitt von rund 43 Trilogen pro Ausschuss liegt. Insgesamt ist die Anzahl der Triloge, an denen der ECON beteiligt war, seit 2010 kontinuierlich gestiegen. Ein Trilog ist ein Dreiergespräch zwischen Vertretern des EU-Rates, des Parlaments und der Kommission. Dieses Verfahren dient dazu, bei Uneinigkeit über bestimmte Gesetzesinitiativen zu vermitteln und Kompromisse zu erarbeiten.

Auch die Zahl der eingebrachten Änderungsanträge ist beträchtlich: Allein im Jahr 2012 waren dies 12.577. An diesen Ergebnissen wird deutlich, wie arbeitsintensiv die Finanzmarktregulierung in Folge der Finanzkrise ist.

Auch für die kommenden Jahre ist nicht abzusehen, dass die Arbeitsintensität geringer wird. Als krisenfest lassen sich die Finanzmärkte noch lange nicht bezeichnen. Zwar konnten in der vergangenen Jahren auch Erfolge im Bereich der Bankenaufsicht, der Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen und auch in der Debatte um die Finanztransaktionssteuer verbucht werden. Doch noch liegt vieles im Argen: Viele notwendige Reformen kommen schleppend voran oder drohen im Nachhinein verwässert zu werden. Mit unserer Arbeit sind wir also noch lange nicht am Ende.

Infos und aktuelle Sitzungunterlagen zu der Arbeit des ECON können auf der Homepage des ECON abgerufen werden.

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal auf die BürgerInnenkonsultation des ECON aufmerksam machen, für die noch bis zum 14. Juni um 12 Uhr mittags Vorschläge eingereicht werden können. Auf meine Initiative hin haben wir durch den ECON Bügerinnen und Bürger, sowie FinanzmarktexpertInnen aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, aktiv Vorschläge zur Finanzmarktgesetzgebung einzubringen. Weiter Infos dazu gibt es hier. Sie können auch einfach direkt den hierfür erarbeiteten Fragebogen ausfüllen. Über Ihre Mitarbeit würde ich mich sehr freuen.

 

grafik

 

Anzahl der Triloge

Triloge werden einberufen, wenn zwischen dem EU-Rat und dem Parlament ein Kompromiss über eine bestimmte Gesetzesinitiative gefunden werden muss. Die Anzahl der Triloge ist ein Indiz dafür, wie diskussionsreich und strittig die Gesetzgebung in bestimmten Politikbereichen ist.

Ausschuss 2011 2012 Jan-April 2013 Gesamtzahl der Triloge je Ausschuss
AFET 7 7
DEVE 2 1 3
INTA 15 15 5 35
BUDG 9 7 16
CONT 1 8 2 11
ECON 51 81 49 181
EMPL 3 13 23 39
ENVI 18 29 17 64
ITRE 15 22 22 59
IMCO 14 24 15 53
TRAN 22 16 13 51
REGI 20 57 77
AGRI 24 14 25 63
PECH 2 6 10 18
CULT 3 9 12
JURI 15 24 6 45
LIBE 37 51 40 128
AFCO 0
FEMM 1 3 4
PETI 0
Gesamt pro Jahr 230 335 301

 

Ausschuss 2009 2010 2011 2012 Gesamt je Ausschuss
DEVE 2 2
INTA 3 15 15 33
BUDG 2 2 9 7 20
CONT 1 8 9
ECON 44 51 81 176
EMPL 5 3 3 13 24
ENVI 20 18 29 67
ITRE 5 7 15 22 49
IMCO 3 14 24 41
TRAN 1 22 16 39
REGI 20 20
AGRI 3 24 14 41
PECH 4 2 6 12
CULT 3 3
JURI 2 15 24 41
LIBE 4 37 51 92
FEMM 1 4 5
BUDG-CONT 1 1
LIBE-FEMM 2 2
LIBE-JURI 1 1
Gesamt pro Jahr
15 93 231 339

 

 

Anzahl der Änderungsanträge

Auch die Anzahl der Änderungsanträge gibt Aufschluss darüber, wie aufwändig und diskussionsreich der Gesetzgebungsprozess für bestimmte Ausschüsse ist.

Ausschuss Jahr Anzahl der Anträge
AFCO 2010 128
AFCO 2011 159
AFCO 2012 412
AFCO 2013 417
AFET 2010 1.136
AFET 2011 3.356
AFET 2012 6.915
AFET 2013 2.487
AGRI 2010 2.517
AGRI 2011 3.007
AGRI 2012 7.984
AGRI 2013 387
BUDG 2010 64
BUDG 2011 983
BUDG 2012 1.639
BUDG 2013 188
CONT 2011 1.007
CONT 2012 2.504
CONT 2013 1.330
CULT 2010 552
CULT 2011 2.637
CULT 2012 2.591
CULT 2013 505
DEVE 2010 337
DEVE 2011 1.123
DEVE 2012 1.391
DEVE 2013 567
ECON 2010 1.630
ECON 2011 6.916
ECON 2012 12.577
ECON 2013 2.043
EMPL 2010 2.501
EMPL 2011 4.562
EMPL 2012 5.760
EMPL 2013 1.759
ENVI 2010 2.575
ENVI 2011 4.527
ENVI 2012 7.092
ENVI 2013 2.203
FEMM 2010 760
FEMM 2011 1.814
FEMM 2012 1.913
FEMM 2013 897
IMCO 2010 2.796
IMCO 2011 4.252
IMCO 2012 6.974
IMCO 2013 1.438
INTA 2010 187
INTA 2011 1.015
INTA 2012 1.707
INTA 2013 391
ITRE 2010 1.458
ITRE 2011 7.279
ITRE 2012 10.692
ITRE 2013 612
JURI 2010 877
JURI 2011 1.445
JURI 2012 2.517
JURI 2013 766
LIBE 2010 848
LIBE 2011 2.872
LIBE 2012 3.660
LIBE 2013 3.606
PECH 2010 99
PECH 2011 314
PECH 2012 4.177
PECH 2013 2.258
PETI 2011 186
PETI 2012 613
REGI 2010 296
REGI 2011 2.313
REGI 2012 6.014
REGI 2013 656
TRAN 2010 312
TRAN 2011 2.551
TRAN 2012 3.724
TRAN 2013 804