Sven Giegold
Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament

Sprecher Europagruppe Grüne
„Kommt, wir bauen das neue Europa!“

Erfolg für mehr Gleichstellung auf höchster Ebene – Europäische Zentralbank beschließt Frauenquote

Die Männerdomäne EZB wird ihre Personalpolitik ändern und führt eine – wenn auch vorsichtige – Frauenquote ein. Bis Ende 2019 soll der Frauenanteil im mittleren Management 35 Prozent und im oberen Management 28 Prozent betragen. Dies würde eine Verdopplung des Frauenanteils bedeuten, der bisher bei 17 beziehungsweise 14 Prozent liegt.

In der gesamten europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik sieht das Bild sehr männlich aus:

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Ich freue mich daher besonders, dass die EZB endlich ihre Personalpolitik auf den Prüfstand gestellt hat und nun mehr Frauenförderung verspricht.

Das Europaparlament hatte die EZB in letzter Zeit mehrmals zu einer ausgeglichenen Besetzung ihrer Führungspositionen aufgerufen.

Leider wird die Frauenquote nicht für das Direktorium der EZB gelten, dieses wird politisch besetzt. Die Mitgliedsstaaten schlagen Kandidaten vor, denen das Europaparlament zustimmen muss. Allzu oft entscheiden die nationalen Regierungen dabei nicht nach Eignung der Kandidaten sondern nach nationaler Zugehörigkeit. Die letzte Ernennung eines Direktoriumsmitglieds, des Luxembourgers Yves Mersch, wurde vom Europaparlament verzögert, da die Mitgliedsstaaten sich der Aufforderung zur Ernennung wenigstens eines weiblichen Kandidaten kommentarlos widersetzt hatten. Letzten Endes setzen sich jedoch die Mitgliedsstaaten durch, das Direktorium wird für weitere 5 Jahre eine Männerdomäne bleiben.

Es wird also noch eine Weile dauern bis auch der Herrenclub in der obersten Etage des Euroturms die Vorteile von männlich und weiblich besetzten Führungsriegen erfahren kann.

Die nun eingeführte Quote zeigt jedoch, dass unser Kampf für mehr Geschlechtergleichheit doch noch Früchte trägt. Die Änderung der EZB-internen Regeln ist eine Reaktion auf die Ablehnung von Yves Mersch durch das Parlament. Wir werden weiter für eine gesetzliche Quote im öffentlichen und im privaten Bereich streiten. Die EZB geht trotz ihrer eher vorsichtigen Quote als Vorbild voran.

Link zur Pressemitteilung der EZB.