Sven Giegold
Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament

Sprecher Europagruppe Grüne

Finanzmarkt und Verbraucherschutz: Transparenz bei Vermittlungsprovision reicht nicht aus

Am 18. September haben Finance Watch, The Centre of European Policy Studies (CEPS) und einige MEPs[1] eingeladen, das Thema “Verbraucherschutz im Finanzsektor” zu diskutieren. Vornehmlich ging es um das Verhältnis Provisionszahlungen und Beratungsqualität im Banken- und Versicherungswesen. Ausgangspunkt ist die derzeitige Praxis, die eine einseitige – an Provisionshöhe orientierte – Finanzbeartung fördert. Die Nachteile liegen für den Verbraucher auf der Hand. In einem Finanzberatungsgespräch muss der Kunde/Investor im Vordergrund stehen und nicht das Provisionsziel  des Beraters.

In dieser Konferenz waren sich die Experten einig, dass der Vorschlag von Markus Ferber in seinem MiFID-Bericht (sowie hier & hier), die Provisionsstrukturen für den Verbraucher transparenter zu gestalten, nicht ausreicht. Vielmehr muss eine stärkere Trennung von Vertrieb & Beratung durchgesetzt werden, um wirklich etwas für den Verbraucherschutz zu erreichen.

Eine am 21. September 2012 erschienene Studie[2], die die Wirkung verstärkter Transparenzvorschriften in Großbritannien, Australien und den Niederlanden untersuchte, stützt unsere Argumentation. Das Ergebnis der Studie: Die Verstärkung der Transparenz im provisionsorientierten Vertrieb hat in Hinblick auf den Verbraucherschutz nichts bewirkt. Als Folge dessen setzt z.B. Großbritannien in 2013 auf ein Provisionsverbot.

 

Der inhaltliche Diskussionsverlauf kann in dieser Präsentation verfolgt werden.

 

Hier die Studie in englisch und deutsch.



[1] Giegold (Greens/EFA), Pietikäinen (EPP), Podimata (S&D), Mc Carthy (S&D), Schmidt (ALDE) and Swinburne (ECRG))

 

[2] Finanziert wurde diese Studie vom Berufsverband Deutscher Honorarberater (BVDH) und der Quirin Bank AG