Sven Giegold
Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament

Sprecher Europagruppe Grüne
„Kommt, wir bauen das neue Europa!“

Gastbeitrag im Handelsblatt: Das süße Gift der Bankensubventionen

Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen Molly Scott-CatoEva JolyBas EickhoutErnest Urtasun und Philippe Lamberts habe ich einen Text zum Thema Bankensubventionen geschrieben, der auf deutsch heute auf Handelsblatt.com erschienen ist:

Handelsblatt 22.07.2014, 09:57 Uhr:

GASTBEITRAG: Das süße Gift der Bankensubventionen

von Sven Giegold, Molly Scott-Cato und Eva Joly

Die Großbanken hängen bereits am staatlichen Subventionstropf. Nun fordern sie weitere Privilegien bei der Finanzierung des Abwicklungsfonds. Kleine Volksbanken sollen für die Großen zahlen. Das ist unfair.

Auf mehr als 200 Milliarden Euro jährlich beziffert der Internationale Währungsfonds die Subventionen für Großbanken allein in der Eurozone. Vergangene Woche hat die Monopolkommission ihr 804 Seiten starkes Jahresgutachten dem Thema „Wettbewerb auf den Finanzmärkten“ gewidmet. Ein wesentliches Thema auch hier: staatliche Subventionen für Großbanken.

Weil diese Banken so groß und wichtig sind, würde sich der Staat nicht trauen, sie pleitegehen zu lassen. So können sie sich also zu unschlagbar günstigen Konditionen verschulden. Sie zahlen nicht nur viel weniger Zinsen als andere Banken, sondern können sich auch quasi unlimitiert verschulden. Die Kreditgeber brauchen sich ja keine Sorgen machen. Damit züchtet der Staat sich besonders riskante Banken heran. Außerdem haben so kleine Banken, die klassisches Kreditgeschäft betreiben, einen massiven Wettbewerbsnachteil.

Wenn diese enormen Subventionen nicht abgebaut werden, ist also die nächste teure Finanzkrise bereits programmiert. Daher liegt einer der größten Schwerpunkte der Regulierungsinitiativen darauf, Großbanken nicht nur sicherer sondern auch im Krisenfall unter Haftung der Geldgeber und Eigentümer abwickelbar zu machen: Stichwort Abwicklungspläne und Trennbankensystem.

Besonders wichtig ist das Abwicklungsregime: Wer haftet für eine Bank in Schieflage? Beschlossen ist, dass zunächst Eigentümer und Kreditgeber bis zu einer Höhe von acht Prozent der Bilanzsumme auf ihre Ansprüche verzichten. Dieses sogenannte „Bail-In“ ist sicherlich der wichtigste Punkt, um zu vermeiden, dass künftig wieder Steuergelder zur Bankenrettung erforderlich werden. Bei der Rettung der HypoRealEstate 2008 hatte die

Große Koalition nicht nur alle Kreditgeber sondern sogar die Eigentümer ausbezahlt, obwohl die Bank ohne staatliche Garantien längst hätte Konkurs anmelden müssen.

Wenn bei der Bankenrettung künftig zusätzliche Mittel erforderlich sind, kann bis zu 5 Prozent der Bilanzsumme der Bank in Schieflage ein von den Banken finanzierter Abwicklungsfonds einspringen. Hinter den Brüsseler Kulissen tobt derzeit eine harte Debatte, welche Banken welchen Anteil des auf 55 Milliarden Euro vorab einzuzahlenden Fonds tragen müssen.

In einer idealen Welt würde der Fonds wie eine Versicherung gestaltet. Bei jeder Versicherung gilt Schadensgröße mal Schadenswahrscheinlichkeit gleich Versicherungsprämie. Eine Kfz-Versicherung für ein großes Auto ist teurer als für ein kleines Auto (Schadensgröße). Zudem zahlt ein Fahranfänger oft über 200 Prozent der normalen Prämie, während ein Fahrer, der Jahrzehnte unfallfrei gefahren ist, vielleicht nur noch 30 Prozent zahlen muss (Schadenswahrscheinlichkeit). Dasselbe Prinzip sollte für Banken gelten. Große Banken sollten mehr bezahlen als kleine. Und Banken mit riskantem Geschäftsmodell mehr als risikoarme Banken. Alles andere ist unfairer Wettbewerb zulasten kleinerer und risikoarmer Banken.

Zu Lasten kleiner realwirtschaftlich orientierter Banken

Derzeit versuchen verschieden Mitgliedstaaten wie die Niederlande, Frankreich und Italien die Risikospreizung auf 80 bis 120 Prozent zu begrenzen. Jeder Autofahrer weiß, wie absurd gering diese Spanne ist. Bei einer solch kleinen Spanne würde die Volksbank Kleinraiffeisenstein die Deutsche Bank subventionieren.

Risikoarme Banken dürfen durch die europäische Hintertür nicht verpflichtet werden, per überhöhter Prämie das riskante Verhalten anderer Banken zu subventionieren. Daher muss die Abgabe für den Bankenfonds ein wirklich substantielles Risikogewicht enthalten. Dazu gehört das Geschäftsmodell, die Stabilität der Refinanzierung, die Risikomanagementprozesse, die Verflechtung mit anderen Banken und verschiedene andere möglichst einfache und objektive Maßstäbe.

Modelle zur Berechnung des Risikoprofils einer Bank gibt es inzwischen viele. Vor wenigen Wochen erst hat der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) eine Studie vorgelegt, in der das systemische Risiko (SRISK) verschiedener Geschäftsmodelle berechnet wurde. Das systemische Risiko von zum Beispiel der Deutschen Bank wird von den Wissenschaftlern des ESRB auf 108 Milliarden Euro beziffert. Hätte die Deutsche Bank ein klassisches Geschäftsmodell, das sich auf durch Kundeneinlagen finanziertes Kreditgeschäft beschränken würde, wäre ihr systemisches Risiko um 40 Milliarden Euro geringer.

Es grenzt es an Unverfrorenheit, wenn die Großbanken momentan alle Hebel im Bewegung setzen, um Nachkommastellen zu sparen. Die 55 Milliarden Euro sollen in acht Jahresraten eingezahlt werden. Es geht also insgesamt um 6,9 Milliarden Euro pro Jahr. Die Großbanken machen 80 Prozent des Geschäftsvolumens aller Banken aus. Ob sie nun 80 Prozent von 6,9 Milliarden Euro oder 100 Prozent einzahlen, macht doch keinen Unterschied. Beides ist nichts im Vergleich zu den über 200 Milliarden Euro impliziter Subventionen, die die too big to fail Banken jedes Jahr einstreichen. Klar, wenn man sich einmal an das süße Gift von Subventionen gewöhnt hat, kann man nicht genug davon bekommen. So sollen jetzt also Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit ihrem risikoarmen Geschäftsmodell für die HypoRealEstates und andere Hallodris haften. Zudem soll kaum berücksichtigt werden, dass sie mit den Institutssicherungssystemen bereits in Eigenverantwortung eine Versicherung abgeschlossen haben. Kein Wunder, dass die betroffenen Verbände Sturm laufen.

Die EU-Kommission spielt in diesem Falle mit dem französischen Finanzmarktkommissar Michel Barnier eine unrühmliche Rolle. In Dokumenten, die auf dem Brüsseler Lobbyistenparkett kursieren, wird deutlich: Sie sucht einen unfairen Kompromiss zu Lasten kleiner realwirtschaftlich orientierter Banken. Wir Grünen im Europaparlament haben die Dokumente nun öffentlich gemacht und fordern zu freundlichen aber bestimmten E-Mails an Michel Barnier auf.

Sven Giegold, Molly Scott-Cato und Eva Joly Europaabgeordnete der Grünen im Ausschuss für Wirtschaft und Währung

 

English Version:

The Sweet Drug of Bank Subsidies

The large banks that dominate the financial services sector would be making heavy losses without the implicit subsidies they enjoy as a result of the taxpayer guarantee. But, not satisfied with this, they are now asking for further public money to pay their contribution to the  resolution funds being set up at national or (in the case of the Eurozone countries) at EU level to protect us, the European taxpayers, from having to pay to clean up the mess left by failed banks in a future financial crisis.

The IMF has recently calculated the current value of annual implicit subsidies for ‘too big to fail’ (TBTF) banks. Eurozone TBTF banks can borrow almost without restrictions and for unimaginably low rates due to implicit state guarantees. They are currently saving up to €200bn per year because their creditors can assume they will be bailed out by taxpayers in the event of a catastrophe. By making these vast subsidies available governments are creating a huge moral hazard, encouraging banks to further increase in size, complexity and risky behaviour, thereby sowing the seeds of the next financial crisis. This is why regulators are working so hard to make banks resolvable in a crisis wthout the use of taxpayers’ money so as to stop such subsidies that encourage excessive risk taking. Hence the importance of living wills, structural reform and most of all the credibility of the resolution regime: who will bear the cost of a failed bank?

So far Europe has decided that the shareholders and creditors of a failing bank need to be ‘bailed in’ up to a minimum of 8% of a bank’s balance sheet, meaning that they would be immediately liable for this much in the case of a threat to the bank’s viability. This is the most important tool to avoid the need for a taxpayer bailout if there is another financial crisis. It is important to remind ourselves that during the last crisis that, although their banks effectively failed, creditors did not lose any more and in many cases taxpayers were obliged by their governments to bail out wealthy shareholders. In Spain, according to the official figures of the Court of Auditors up to €108 bilion euros from Tax Payer’s money was used to bail out the financial system.

During the resolution process that follows the failure of a bank – which happens when what it owns is worth less than what it owes –  the resolution authority often needs cash to finance the clean up operation (e.g. setting up a “good” and “bad” bank and transferring assets and liabilitie etc) , provide liquidity and, in certain circumstances, even capital injections. The proposed resolution fund with a magnitude of 70 bn in the EU-28, of which are €55bn in the Eurozone, is intended to contribute this funding process. The fund will be paid for up front by the banking industry. Behind the scenes banks are currently engaged in an unseemly battle to determine who will have to contribute how much.

In theory the resolution fund should work like an insurance system. The premiums should depend on the size of the institutions and on the probability of potential loss. Large banks should pay more than small banks (size of potential loss) and riskier banks should pay more than ”boring” banks (probability of potential loss). The US resolution agency FDIC charges 2.5 Cents per 100 Dollars balance sheet for the least risky banks and 45 Cents for the riskiest banks. Unfortunately, in the EU case, some member states like the Netherlands, France and Italy still understand themselves primarily as lobby groups for the oversized banks headquartered in their territories. They are trying to limit the premiums for large and risky banks so that banks with the lowest risk should pay 80% of the average premium and banks with the highest risk only 120%. This is an absurdly low spread: a factor of 1.5 times whereas in the US the factor is 18 times.

With these low spreads the run-of-the-mill banks where we many of us have our accounts would explicitly subsidise the risky behaviour of the TBTF banks creating exactly the sort of moral hazard that led to the 2008 crisis. This is quite simply unacceptable. Instead the insurance charge should be constructed in a way that incentivises good behaviour. In the same way we want to tax CO2 in order to internalize the external effects on climate change, we want a fee that internalizes the external effect of risk taking on systemic financial stability. So the bank’s business model, the stability of its funding position, its asset position, its level of interconnection with other banks and other easy metrics that cannot be manipulated should be used to measure a bank’s riskiness. Most importantly, the fee spread between risky and non risky banks should be of significant magnitude as it is in the US under the rules governing the FDIC.

The massive lobbying of TBTF banks against a fair and socially responsible fee structure is impudent beyond belief. In the view of the Green Group in the European Parliament the resolution fund is actually far too small and would still leave taxpayers at risk. The €55bn will be paid into the fund over the next eight years plus potential additional capital calls. This means we are talking about an annual contribution of €6.9bn. The 124 large banks being supervised by the ECB hold 85% of all banks’ assets across the Eurozone. Whether these banks pay 85% or 100% of the €6.9bn into the rescue fund is a fairly marginal question compared to the €200bn annual implicit subsidy states make available to them. The risk factor is a drop in the ocean when it comes to reducing the intolerable competitive advantage these subsidies grant them compared to the small banks. But, in terms of motivation it is of vital importance. We must ensure that the rescue fund sets a new tone and new direction, forcing Europe’s bloated banks away from their addiction to subsidy and on the path to a future of self-reliance and clean living -serving the economy, not bleeding it dry.

From our perspective in the Parliament we might ask why the Commission is taking the side of the banks against the interests of Europe’s citizens. French Commissioner Michel Barnier seems to care more about member states with national banking champions than about financial stability. Barnier’s staff are seeking a compromise in favour of the large Dutch, Italian and French universal banks. So it currently looks as if those stable, “boring” banks that are responsible for the bulk of the financing of the real economy will have to subsidize the risk-taking of the large European investment banks. As Greens we are taking this debate into the public domain and enlisting the support of European citizens to lobby in favour of a policy that means all European banks are obliged to work for the common good. We are encouraging you to address your concerns directly to Michel Barnier and explain to him in an email why you oppose this continued subsidy.

www.stop-bank-subsidies.eu

Sven Giegold, Molly Scott Cato, Eva Joly, Bad Eickhout, Ernest Urtasun, Philippe Lamberts: Green members of the European Parliament, Economic and monetary affairs committee (ECON)

 

 

Version français:

Qui paiera la prochaine crise financière ?

Les plus grandes banques européennes seraient fortement déficitaires sans les subventions implicites que leur offre la garantie du contribuable. Pourtant, restant sur leur faim, elles en demandent toujours plus pour financer leur participation aux fonds de résolution nouvellement créés aux niveaux national (pour les pays de la zone euro) et européen. Ces fonds doivent nous protéger, nous le contribuable, de payer une fois encore pour les dégâts causés par une future crise financière.

Le FMI a récemment calculé la valeur de ces subventions implicitement accordées chaque année à ces banques « too big to fail ». En raison des garanties implicites des États, les plus grandes banques de la zone euro peuvent emprunter presque sans restriction et à des taux incroyablement bas. Elles économisent près de 200 milliards d’euros par an parce que leurs créanciers peuvent compter sur le contribuable pour être renfloués en cas de catastrophe. Avec ces subventions hors-norme, les gouvernements sont en train de renforcer l’alea moral. En encouragent la concentration bancaire, sa complexité et les comportements les plus irresponsables, ils nourrissent tout simplement la prochaine crise financière. C’est la raison pour laquelle les régulateurs travaillent tant pour rendre les banques résolubles en cas de crise. D’où l’importance des dispositions testamentaires (mode d’emploi pour une resolution potentielle), de la réforme structurelle et évidemment de la crédibilité du régime de résolution: qui va supporter le coût d’une banque en faillite?

Jusqu’à présent, l’Europe a décidé d’imposer aux actionnaires et aux créanciers de la banque en faillite une participation minimum au renflouement à hauteur de 8% du passif de la banque. Prenant leur part de risque, ils seront immédiatement mis à contribution lorsqu’une banque verra sa viabilité menacée. Il s’agit de l’outil le plus important pour protéger l’argent des contribuables lors de la prochaine crise. N’oublions pas que la dernière fois, tous les créanciers ont été intégralement remboursés, tout comme les actionnaires dans nombres de pays. En Espagne, ce sont près de 108 milliards d’euros qui, selon la Cour des comptes, ont été pris au contribuable pour renflouer le système financier.

Lors d’un processus de résolution qui suit l’effondrement d’une banque – ce qui arrive quand ce qu’elle possède a une valeur inférieure à ce qu’elle doit – l’autorité de résolution a souvent besoin de cash pour financer l’opération d’assainissement (par exemple en créant une « bonne » et une « mauvaise » banque et en transférant les actifs et le passif, etc). Elle est également amenée à fournir des liquidités et dans certains cas à injecter du capital. Un fonds de résolution d’une capacité de 70 milliards d’euros pour l’UE-28 et de 55 milliards d’euros pour la zone euro est censé couvrir ces besoins de financement. Ce fonds doit être financé en amont par le secteur bancaire. Mais dans les coulisses les banques luttent les unes contre les autres pour déterminer qui devra contribuer et à quelle hauteur.

En théorie, ce fonds devrait fonctionner comme une assurance. Les contributions devraient dépendre de la taille et du risque de pertes potentielles. Les grandes banques devraient logiquement payer plus que les petites banques (taille d’une perte potentielle) et les banques les plus risqués devraient payer plus que les banques « sans-risque » (risque de perte potentielle). L’agence américaine de résolution FDIC fait payer 2,5 points de base pour les banques les moins risqués et 45 points de base pour les banques les plus risquées. Malheureusement en Europe, certains États membres comme les Pays-Bas, la France et l’Italie se comportent en VRP de leurs « champions » bancaires et tentent de limiter les contributions de ces derniers. Ils s’activent pour que les banques les moins risquées payent jusqu’à 80% de la contribution moyenne quand les banques les plus risquées pourraient se limiter à 120% de celle-ci. L’écart serait dérisoire. Un facteur de 1,5 quand il est de 18 aux Etats-Unis.

Avec un écart aussi faible, les banques ordinaires seraient ouvertement amenées à subventionner le comportement à risque des banques « too big to fail », recréant à nouveau les conditions d’aléa moral qui ont conduit à la crise de 2008. Cela est tout simplement inacceptable. La charge de l’assurance devrait être établie de manière à encourager les bonnes pratiques. Tout comme nous voulons taxer le CO2 afin d’internaliser les effets externes sur le changement climatique, nous voulons une contribution qui internalise les conséquences possibles de la prise de risque sur la stabilité financière globale. Par conséquent le modèle d’affaires de la banque, la stabilité du financement, la qualité des actifs, l’interconnexion avec d’autres banques, et d’autres indicateurs simples ne pouvant être manipulés, devraient être utilisés pour mesurer le degré de risque d’une banque. Surtout, la répartition des efforts entre les banques à risque et celles qui ne le sont pas devrait être établie en conséquence, avec le même écart qu’aux États-Unis avec les contributions aux fonds de la FDIC.

Le lobbying massif des grandes banques contre une contribution proportionnée et socialement responsable frise l’inconséquence et le mépris. Pour le groupe des Verts au Parlement Européen, le fonds de résolution paraît déjà bien faible pour mettre totalement le contribuable à l’abri. Les 55 milliards d’euros seront versés dans un délai de 8 ans (sans compter d’éventuels appels de fonds supplémentaires). Nous parlons donc d’un volume annuel de 6,9 ​​milliards d’euros. Les 124 plus grandes banques supervisées par la BCE possèdent 85% de tous les actifs de la zone euros. Que ces grandes banques paient 85% ou 100% de ces 6,9 ​​milliards d’euros change peu de chose en comparaison des 200 milliards d’euros de subventions implicites qu’elles obtiennent chaque année. Le coût du facteur de risque ne représente pas grand chose en comparaison de l’incroyable avantage concurrentiel que ces subventions leur offrent par rapport aux petites banques. L’enjeu est pourtant vital. Nous devons veiller à ce que le fonds de sauvetage établisse une nouvelle direction, emmenant les plus grosses banques d’Europe loin de leur dépendance à la subvention, sur la voie de l’autonomie et de la responsabilité, au service de l’économie

Vue du Parlement, nous pourrions nous étonner que la Commission Européenne soit aujourd’hui en train de prendre le parti des banques contre l’intérêt des citoyens. Le commissaire français Michel Barnier semble plus à l’écoute des États membres et de leurs champions bancaires, que préoccupé par la stabilité financière. Le cabinet de Michel Barnier est en effet à la recherche d’un compromis en faveur des banques universelles hollandaises, françaises et italiennes. Comme si les banques « sans risque», responsables de la majeure partie du financement de l’économie réelle, devaient subventionner les prises de risques des grandes banques européennes d’investissement. Nous, écologistes européens, souhaitons mettre le débat sur la place publique pour que chacun puissent s’adresser au Commissaire Barnier et lui faire part de son opposition aux subventions continues accordées aux banques.

Pour vous informer et vous mobiliser : www.stop-bank-subsidies.eu/fr/

Eva Joly, Sven Giegold, Molly Scott Cato, Ernest Urtasun, Bas Eickhout, Philippe Lamberts, députés Verts/ALE, Membres de la Commission Affaires économiques et monétaires du Parlement européen.

 

Nederlands:

De hardnekkige subsidieverslaving van megabanken

Zonder impliciete subsidies zouden too-big-to-fail-banken grote verliezen lijden. Maar nu eisen ze ook nog expliciete subsidie voor hun bijdrage aan het vullen van het nieuwe Europese bankenresolutiefonds.

Door de garantie dat de overheid hen altijd zal redden als ze omvallen, kunnen megabanken haast onbeperkt en tegen onvoorstelbaar lage tarieven geld lenen. Deze impliciete overheidssteun aan te grote banken wordt door het IMF op ruim 200 miljard euro per jaar geraamd. Deze schandalige subsidies biedt een concurrentievoordeel en moedigt banken aan om groter en complexer te worden: hét recept voor een nieuwe financiële crisis. Wetgevers werken er hard aan om banken op een ordelijke manier zonder belastinggeld failliet te kunnen laten gaan. De subsidies kunnen aangepakt worden door banken te dwingen een plan te overhandigen waarin ze aantonen dat ze in een crisis zonder publiek geld kunnen herstellen of afgewikkeld worden.

Ook de regels voor het afwikkelen van banken in nood zijn van belang. Tot nu toe heeft de EU besloten tot “bail-in-regels”: wanneer een bank omvalt dragen aandeelhouders en crediteuren onmiddellijk voor minstens 8% van de bankbalans mee in het verlies. Dat is momenteel het belangrijkste instrument om te voorkomen dat opnieuw belastinggeld wordt ingezet in geval van een nieuwe crisis. Laten we niet vergeten dat veel welvarende crediteuren en aandeelhouders van Europese banken gewoon zijn uitbetaald na hun redding door overheden.

Tijdens het afwikkelen van een bank in nood – wanneer de waarde van haar bezittingen lager zijn dan wat ze verschuldigd is – heeft de resolutieautoriteit vaak geld nodig om de schoonmaakoperatie te financieren (e.g. het oprichten van een “good” en een “bad” bank en het overbrengen van de activa en passiva etc.) en is er liquiditeit nodig of moet zelfs kapitaal geïnjecteerd worden. Het voorgestelde resolutiefonds van 70 miljard (voor de gehele EU-28) waarvan 55 miljard euro voor de eurozone is bedoeld om bij te dragen aan de kosten van dit proces. Dit fonds wordt vooraf gevuld door de bankensector. Achter de schermen zijn banken momenteel verwikkeld in een onfrisse strijd over de hoogte van de bijdrage van de verschillende banken.

In theorie zou het resolutiefonds als een verzekering moeten werken. De hoogte van de premie, hangt af van de grootte van het te verzekeren object (de bank) en het risico op verliezen. Grote banken zouden dus meer moeten betalen dan kleine banken en risicovolle banken meer dan degelijke “saaie” banken. De FDIC, de resolutieautoriteit in de VS, vraagt als premie 2,5 cent per 100 dollar op de balans van de banken die het minste risico lopen en 45 cent van de meest risicovolle banken. Helaas is de situatie in de EU anders. Sommige EU-landen waaronder Nederland, Frankrijk en Italië stellen zichzelf nog steeds op als lobbyist voor banken met overgewicht die zich op hun grondgebied hebben gevestigd. Ze proberen de Europese Commissie te overtuigen om het verschil in premie tussen banken die het kleinste en grootste risico lopen tot slechts een factor 1,5 te beperken terwijl de meest risicovolle banken in de VS tot 18 keer meer bijdragen dan de meest stabiele banken.

Met deze verdeelsleutel zouden degelijke spaarbanken de systeemriskante megabanken subsidiëren: precies het soort moral hazard dat aan de crisis van 2008 ten grondslag lag. Dit is onacceptabel. De premie zou zo berekend moeten worden dat goed gedrag wordt beloond. Op dezelfde manier als een CO2-belasting de effecten van uitstoot op het klimaat moet internaliseren, willen we dat banken meebetalen aan de risico’s waarmee ze het financiële systeem opzadelen. Zo objectief mogelijke maatstaven als het bedrijfsmodel, de stabiliteit van herfinanciering, het risicomanagement en de mate van vervlechting met andere financiële instellingen moeten gebruikt worden om het risicoprofiel van banken te berekenen. Onder andere de European Systemic Risk Board (ESRB) heeft al laten zien goed in staat te zijn om zulke risicoprofielen te maken. Vervolgens moet er op basis van dit risicoprofiel, net als in de VS, een significant onderscheid komen in de premie die risicoarme en risicovolle banken betalen.

Het is te gek voor woorden hoe de massale lobby van too-big-to-fail-banken probeert om iedere euro aan premiebijdrage te besparen. Wat de Europese groene fractie in het Europees Parlement betreft is het resolutiefonds eigenlijk veel te klein om belastingbetalers tegen alle risico’s te beschermen. De 55 miljard euro wordt in acht jaar gevuld. Dat betekent 6,9 miljard euro per jaar. De 124 grootste banken waarop de ECB toezicht houdt, zijn goed voor 85% van de totale activa van alle banken in de eurozone. Of deze megabanken nu 85%, of 100% van deze 6,9 miljard euro betalen in het resolutiefonds is klein bier vergeleken bij de 200 miljard aan impliciete subsidies die zij jaarlijks ontvangen. Een extra risicopremie voor deze banken is nog steeds een druppel in de oceaan vergeleken bij de concurrentievoordelen die ze uit impliciete subsidies halen. Maar het gaat hier om een belangrijk principe: we moeten er voor zorgen dat de Europese bankenunie een nieuw tijdperk inluidt waarin megabanken afkicken van hun verslaving aan subsidie en de reële economie gaan dienen in plaats van die te ontwrichten.

De Europese Commissie speelt in deze kwestie een kwalijke rol. Uit documenten die in het Brusselse lobbycircuit circuleren, blijkt dat Eurocommissaris voor de interne markt Michel Barnier, aanstuurt op een compromis dat de rekening voor het vullen van het resolutiefonds neerlegt bij de kleinere, stabielere banken. De groenen in het Europees Parlement wil ruchtbaarheid geven aan deze zaak en heeft de documenten openbaar gemaakt op www.stop-bank-subsidies.eu/nl. Daar kunt u Michel Barnier ook laten weten dat u geen nieuwe subsidies wenst voor de grootste en meest risicovolle banken.

Bas Eickhout, Sven Giegold, Eva Joly, Molly Scott Cato, Philippe Lamberts en Ernest Urtasun zijn Europarlementariërs van de Groene fractie in het Europees Parlement en lid van de commissie economische en monetaire zaken

 

Español:

La dulce droga de los subsidios bancarios

La gran banca que ha dominado el sector de los servicios financieros estaría sometida a importantes pérdidas sin los subsidios implícitos de los que goza como resultado de las garantías de las finanzas públicas. Pero, no aún satisfechos con ello, están ahora pidiendo más dinero público para pagar sus contribuciones a los fondos de resolución que se están constituyendo a nivel nacional o, en el caso de los países miembros de la eurozona, a nivel de la Unión Europea para proteger a las finanzas públicas de tener que volver a limpiar los agujeros creados por los bancos quebrados en futuras crisis financieras.

El Fondo Monetario Internacional acaba de calcular el valor actual de los subsidios implícitos para los bancos “demasiado grandes para quebrar” (TBTF, en sus siglas en inglés). Los bancos TBTF pueden pedir prestado casi sin restricciones y por unos tipos increíblemente bajos gracias a las garantías implícitas de los Tesoros. Están en estos momentos ahorrándose hasta 200.000 millones de euros al año porque sus acreedores tienen la certeza de que serán rescatados con dinero público en caso de catástrofe. A través de este tipo de subvenciones los gobiernos están creando un enorme riesgo moral, fomentando que los bancos aumenten su tamaño y su riesgo, creando así la semilla para la próxima crisis financiera.

Esta es la razón por la que los órganos reguladores trabajan arduamente para que la liquidación de bancos en caso de crisis bancaria se realice sin la intervención del dinero público para poner fin a estos subsidios que animan al riesgo excesivo. De ahí la importancia de la reforma estructural bancaria en la eurozona y de la credibilidad del mecanismo de resolución: ¿quién pagará el coste de la bancarrota de un banco?

Hasta ahora la Unión Europea ha decidido que los accionistas y acreedores de un banco quebrado asuman las pérdidas por un mínimo de un 8% del balance bancario, lo que significa que responderían de esa cantidad en caso de que el banco no fuera viable. Esta es la herramienta más importante para evitar que los tesoros nacionales tengan que asumir de nuevo el coste de otra crisis financiera. Es importante recordar que durante esta crisis, aunque los bancos quebraron, sus acreedores no perdieron ni un céntimo y en muchos casos el dinero público ha terminado rescatando a accionistas millonarios. En España, según cifras oficiales del Tribunal de Cuentas, el rescate bancario le ha costado al contribuyente 108.000 millones de euros.

Durante el proceso de resolución que sigue a la quiebra de un banco – que ocurre cuando lo que tiene vale mucho menos de lo que debe – la autoridad que liquida el banco necesita habitualmente liquidez para financiar la operación de rescate y, en algunos casos, incluso inyecciones de capital. La creación de un fondo de resolución con un volumen de 70.000 millones en toda la UE, y 55.000 millones en la eurozona, tiene por objetivo cubrir esta posible demanda.

El fondo será cubierto por la propia industria bancaria. Por ello, y de espaldas a la opinión pública, los bancos están actualmente movilizados en una indecente batalla para determinar quién tiene que contribuir y con qué cantidad.

En teoría, el fondo de resolución debe funcionar como un seguro. La cuota debe depender del tamaño de las instituciones y de la probabilidad de pérdidas potenciales. Los grandes bancos deben pagar más que los bancos pequeños (por el volumen de las pérdidas potenciales) y los que asuman más riesgo deben pagar más que bancos más conservadores (por la probabilidad de las posibles pérdidas). La agencia de resolución norteamericana Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) cobra 2,5 centavos por cada 100 dólares en el balance para aquellos bancos con menos riesgo y 45 centavos para los que tienen más riesgo.

Lamentablemente, en el caso de la UE, algunos estados miembros como Holanda, Francia o Italia ejercen de auténticos lobistas de su gran banca. Están tratando de limitar las penalizaciones para la banca más grande y con más riesgo de tal forma que bancos con el menor riesgo tengan que pagar un 80% de la cuota media y los que asumen mayores riesgos el 120%. Este diferencial es absurdamente bajo: un factor de 1,5 veces mientras que en EEUU el factor es de 18 veces.

Con estos diferenciales tan bajos, los bancos más modestos estarán explícitamente subvencionando el comportamiento de riesgo de los TBTF creando exactamente la clase de riesgo moral que provocó la crisis de 2008. Esto es sencillamente inaceptable.

Al contrario, este sistema de seguro debería ser construido de tal manera que incentivara el buen comportamiento. De la misma forma que queremos gravar el CO2 para internalizar los efectos externos del cambio climático, queremos una tasa que internalice los efectos externos del riesgo asumido de desestabilización financiera. Así que el modelo de negocio de la banca, la estabilidad de su posición financiera, su posición de activos, su nivel de interconexión con otros bancos y otros varemos que no pueden ser manipulados deben ser usados para medir el riesgo bancario. Más importante aún, el diferencial de cuota entre los bancos con riesgo y los que no tienen riesgo debe ser de una magnitud significante como lo son en los EEUU bajo las normas que rigen en el FDIC.

El lobby masivo de los bancos TBTF contra una cuota justa y socialmente responsable es indecente hasta decir basta. En la opinión del Grupo Verdes/Ale en el Parlamento Europeo el fondo de resolución es demasiado pequeño y dejaría a los tesoros bajo riesgo.

Los 55.000 millones serán pagados al fondo en los próximos ocho años más algunas inyecciones adicionales requeridas. Eso significa una contribución anual de 6900 millones de euros. Los 124 mayores bancos que están bajo la supervisión del Banco Central Europeo poseen el 85% de todos los activos bancarios de la eurozona. El hecho de que estos bancos paguen el 85% o el 100% de los 6900 millones de euros del fondo de rescate es una cuestión muy marginal comparada con los 200.000 millones anuales de subsidios implícitos puestos a su disposición. El factor de riesgo adicional de la cuota es una gota en el océano cuando hablamos de reducir ventajas competitivas totalmente intolerables que estos subsistidos les dan en relación a la banca pequeña. Pero en términos de incentivos es absolutamente crucial.

Debemos asegurar que el fondo de rescate camina hacia una nueva dirección, obligando a los bancos europeos hinchados a alejarse de esta adicción a los subsidios y andar por el camino de la fortaleza financiera y la solvencia, puestos al servicio de la economía y no arruinándola.

Es intolerable que la Comisión Europea haya  tomado partido por la banca contra los intereses ciudadanos. El Comisario francés Michel Barnier parece estar más preocupado por los estados miembros con grandes bancos que por la estabilidad financiera. El equipo de Barnier trata de llegar a un acuerdo que favorezca a los grandes bancos holandeses, italianos y franceses. Así que parece que los bancos más estables y “aburridos” que llevan el peso de financiar a la economía real deberán subsidiar el riesgo asumido por la gran banca de inversión europea.

El Grupo Verdes/Ale estamos tratando de generar un verdadero debate público sobre esta cuestión y pidiendo apoyo de los y las ciudadanas europeas para construir otra política que obligue a todos los  bancos europeos a trabajar por el bien común. Les pedimos a los ciudadanos que envíen sus quejas directamente al Michel Barnier y les digan claramente en un correo que se oponen a este subsidio permanente para la gran banca.
www.stop-bank-subsidies.eu

Sven Giegold, Molly Scott Cato, Eva Joly, Bad Eickhout, Philippe Lamberts, Ernest Urtasun: Green members of the European Parliament, Economic and monetary affairs committee (ECON)

Rubrik: Wirtschaft & Währung

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