Sven Giegold
Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament

Sprecher Europagruppe Grüne

Morgige Abstimmung zu Blei in Munition: 20.000 Bürger*innen fordern Ende von Klöckners Blockade bei europaweitem Verbot!

blei

Morgen, Donnerstag, den 3.9., stimmen die EU-Mitgliedsländer im REACH-Ausschuss über ein Verbot der Nutzung von bleihaltiger Munition in Feuchtgebieten ab.

Durch das Blei in Jagdmunition verenden europaweit jedes Jahr mehr als eine Million Wasservögel und vergiften dann seltene Greifvögel. Auch über verzehrtes Wild gelangt Blei aus der Munition bis zum Menschen, mit schweren Gefahren für die Gesundheit. Längst gibt es Alternativen für Jagdmunition ohne giftiges Blei.

Doch wie Deutschland vertreten durch Landwirtschaftsministerin Klöckner morgen abstimmen wird, ist weiter unklar. Deswegen haben mein Kollege im Landwirtschaftsausschuss Martin Häusling und ich eine Eil-Petition gestartet: www.change.org/bleimunition

Dazu erklärt Sven Giegold, Sprecher der deutschen Grünen im Europaparlament und stellvertretendes Mitglied im Umweltausschuss:

“Binnen 48 Stunden haben über 20.000 Bürgerinnen und Bürger unsere Eil-Petition an Ministerin Klöckner unterzeichnet. Die Forderung ist klar: Frau Klöckner darf nicht weiter blockieren, sondern muss morgen den Weg freimachen für das Ende von Bleimunition in Feuchtgebieten. Auch in den zahlreichen Kommentaren machen die Bürgerinnen und Bürger deutlich, wie wichtig Ihnen das Thema ist. Schutz von Natur und Gesundheit muss vor den Interessen einiger weniger, besonders deutscher, Munitionshersteller stehen. Ministerin Klöckner muss jetzt handeln!”

Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament ergänzt:

“Die Gefahr durch Bleimunition für Mensch und Umwelt ist schon lange bekannt. Jedes Jahr landen 20.000 Tonnen  bleihaltiger Munition in der Umwelt. Dabei sind viele Jäger*innen und führende Jagd-Expertinnen und Experten sich einig: Bleifreie Munition ist der bleihaltigen Munition absolut ebenbürtig. Wir brauchen das Totalverbot, das Verbot von Blei in Feuchtgebieten, in denen nur 2 Prozent der Gesamtmenge bleihaltiger Munition verschossen werden, kann nur ein erster Schritt sein.”

 

Mehr Informationen:

Verordnungsvorschlag Bleimunition

Abstimmung im REACH-Ausschuss zu Bleimunition am 03.09.2020 

Pressemitteilung von Martin Häusling vom 27.8.2020

Hintergrund zu fachlicher Praxis von Tim Taeger, Wildnis- und Jagdschule JAGWINA 

Bericht über offenen Brief von 75 Jagd-Expert*innen zu Alternativen zu Bleimunition