DIE GRÜNEN | EFA im Europäischen Parlament Sven Giegold Am 25. Mai:Grün für ein besseres Europa

Erfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche: Großbritannien verpflichtet Überseegebiete zu Transparenz über Unternehmenseigentümer


Das britische Unterhaus hat gestern eine Gesetzesänderung zur Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung gebilligt, wonach 14 überseeische Gebiete, einschließlich der großen Finanzzentren der Britischen Jungferninseln, der Kaiman Inseln, Bermuda, Gibraltar, Turks- und Caicosinseln, bis Ende 2020 öffentliche Unternehmsregister einführen müssen. Die Eigentümer aller Unternehmen müssen transparent gemacht werden, nicht aber die wirtschaftlich Berechtigten von Trusts. Die Pflicht betrifft nicht die Kronkolonie Isle of Man und die Kanalinseln Jersey und Guernsey. Der Fortschritt ist auch ein Erfolg für uns Grüne. Denn in der EU wurde ein entsprechendes öffentliches Unternehmensregister vor einigen Monaten unter grüner Berichterstattung bei der 4. Reform der EU Anti-Geldwäscherichtlinie eingeführt.

 

Dazu sagt der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold:

 

“Das ist ja eine schöne Überraschung aus Großbritannien! Unsere europäischen öffentlichen Unternehmensregistern breiten sich nun in zahlreiche Steueroasen aus. Das ist ein schöner Erfolg für die Offensive der EU gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Viele hunderttausend Briefkastenfirmen werden so transparent, ganz ohne Daten-Lecks. Nach den Veröffentlichungen der Panama Papers ist das globale System zur Ermöglichung von Finanzkriminalität nicht mehr haltbar. Für die illegalen Vermögen von korrupten Politikern und Superreichen wird die Luft endlich dünner.

Der Beschluss des Unterhauses betrifft alle Unternehmen und Briefkastenfirmen. Trusts sind davon nicht betroffen. In der EU müssen auch die wirtschaftlichen Eigentümer von Trusts in Registern erfasst werden, die aber nicht für jeden öffentlich sind.

Die EU muss ihren Erfolg jetzt nutzen und öffentliche Unternehmensregister zum internationalen Standard machen. Öffentliche Unternehmensregister sollten zum harten Kriterium für die Schwarze Liste von Steueroasen werden.”

 

Der beschlossene Änderungsantrag (Nr. 7):

https://publications.parliament.uk/pa/bills/cbill/2017-2019/0176/amend/sanctions_daily_rep_0430.1-7.html

 

Artikel im Guardian (Englisch):

https://www.theguardian.com/politics/2018/may/01/uk-to-introduce-public-ownership-registers-for-overseas-territories?CMP=Share_AndroidApp_Email

 

Kritik aus den überseeischen Gebieten:

http://jamaica-gleaner.com/article/news/20180501/bvi-critical-proposed-uk-legislation#.WujWPaTRyVQ.twitter