Sven Giegold

EU-Parlament fordert verbindliche Sozialstandards für die globale Textilindustrie. Nachhilfe für Bundesminister Müller

 

Heute hat das Europäische Parlament einen Bericht zur globalen Lieferkette in der Textilindustrie verabschiedet. Mit breiter Mehrheit haben sich die Abgeordneten in dem Bericht zu verbindlichen sozialen und ökologischen Mindeststandards im Textilsektor bekannt. Mit dem Bericht wird die EU-Kommission aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, mit dem Unternehmen aus der EU zur Einhaltung der Standards verpflichtet werden – und zwar über die globale Lieferkette. Dazu sagt der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold:

 

“Die Entscheidung des Europäischen Parlaments ist ein Meilenstein im Kampf gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie. Die Menschenrechte derjenigen, die unsere Kleidung produzieren, sollten uns etwas wert sein. In dem Bericht haben die EU-Abgeordneten klar gemacht: In der globalisierten Wirtschaft müssen wir dafür sorgen, dass auch Sozial- und Umweltstandards globalisiert werden. Die EU-Kommission muss nun rasch einen Gesetzentwurf vorlegen, der den Textilsektor zur Verantwortung über seine gesamte Produktionskette verpflichtet. Eine Katastrophe wie der Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäude in Bangladesh darf sich nicht wiederholen.

Die Forderung nach verbindlichen Sozialstandards ist Nachhilfe für Bundesentwicklungsminister Müller. Die freiwilligen Maßnahmen, die Müller im Rahmen seines Textilbündnisses aufgestellt hat, sind schon jetzt wirkungslos verpufft. Das Textilbündnis der Bundesregierung ist eine Beleidigung für alle Menschen, die in Textilfabriken unter sklavenhaften Bedingungen arbeiten. Wir brauchen keine Feigenblätter für die unverantwortlich handelnde Unternehmen, sondern wirksamen Schutz für die Arbeitnehmer. Der Bericht des Europaparlaments ist dahingehend ein wichtiger Schritt.“

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