Sven Giegold
Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament

Sprecher Europagruppe Grüne
„Kommt, wir bauen das neue Europa!“

Längere Lebensdauer von Produkten: Win-Win-Situation für Hersteller, Verbraucher und Umwelt

PRESSEMITTEILUNG – Straßburg, 04. Juli 2017

Längere Lebensdauer von Produkten
Win-Win-Situation für Hersteller, Verbraucher und Umwelt

 

Am heutigen Dienstag hat das Europäische Parlament einen Initiativbericht zur längeren Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten verabschiedet. Der Bericht schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, die Verbraucherinnen und Verbrauchern, Herstellern und ihren Mitarbeitern sowie der Umwelt zugutekommen. Pascal Durand, Berichterstatter der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, kommentiert:

 „Mit der Verabschiedung des Berichts hat das Europäische Parlament zum ersten Mal einen gemeinsamen Standpunkt zur Verlängerung der Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten vorgelegt. Das ist gut, denn wir dürfen die ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen einer solchen Wegwerfgesellschaft nicht länger ignorieren. Egal ob es dabei um die Erschöpfung von Ressourcen, zunehmende Abfälle oder Verkehrsemissionen geht, die derzeitige Situation ist nicht nachhaltig.

Wir brauchen dringend einen ganzheitlichen Ansatz zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten, der alle Phasen einschließt: Bereits bei der Entwicklung von Produkten müssen Mindeststandards für die Widerstandsfähigkeit gelten. Um Wiederverwendung und Reparatur zu fördern, brauchen wir bessere Informationen über die Verfügbarkeit von Ersatzteilen sowie eine aktive Förderung von zirkulären Wirtschaftsmodellen, wie beispielsweise in Schweden, das steuerliche Anreize für Reparaturen bietet. Zudem müssen endlich auch Mindestanforderungen an die Nutzungsdauer von Software eingeführt werden, um das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher wiederherzustellen und eine langfristige Nutzung von Produkten zu ermöglichen.

Dass die Mehrheit der Abgeordneten für den Bericht gestimmt hat, ist ein starkes Signal des Europäischen Parlaments. Nun ist es an der EU-Kommission, sich endlich dem Thema Nachhaltigkeit anzunehmen und neue, nachhaltigere Wirtschaftsmodelle zu fördern.“