Sven Giegold
Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament

Sprecher Europagruppe Grüne

Illegaler Holzeinschlag in Rumänien geht weiter – wir fordern rasches Handeln der EU-Kommission

Göttinger Eschen-Holz vor der Abreise nach China. Seit China seine Wälder besser schützt, importiert es den Rohstoff Holz von überall. Ein Teil kommt als Konsumgüter wieder zurück. Die Transportkosten sind vielfach subventioniert, ökologisch ist das nicht.

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

 

die letzten Urwälder Europas sind in höchster Gefahr. In Rumänien geht die durch illegalen Holzeinschlag verursachte Entwaldung in alarmierendem Ausmaß weiter. Sie bedroht die letzten und unersetzlichen Primärwälder in der EU, die im Kampf gegen den Klimawandel und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt wichtiger denn je sind. Die Wälder bieten einen in Europa einzigartigen Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Weitgehend unberührte Gebiete in den rumänischen Karpaten und dem Făgăraș-Gebirge haben bis heute überlebt – ein europäisches, wenn nicht gar globales Erbe von unschätzbarem ökologischen Wert. Einige dieser Wälder stehen auch auf der Liste des Welterbes der UNESCO.

 

Im März dieses Jahres schritt die EU-Kommission endlich ein und leitete ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Rumänien ein. Denn die rumänische Regierung tut zu wenig, um illegalen Holzfällern das Handwerk zu legen. Die Holzfäller arbeiten systematisch mit mafiösen Methoden, um die Wälder schonungslos zu plündern. Die Wälder der Karpaten sind im europäischen Netzwerk Natura 2000 geschützt. Die Regierung muss sie also erhalten. Seit dem Start des Verfahrens sind jedoch weitere tausende Hektar Urwald unwiederbringlich verloren gegangen. Auf Initiative meiner Fraktionskollegin Viola von Cramon haben sich deshalb mehr als 80 Abgeordnete aller pro-europäischen Fraktionen an die EU-Kommission gewandt. Wir fordern die EU-Kommission auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die rumänische Regierung zu zwingen, die Zerstörung dieser Wälder durch illegalen Holzeinschlag zu beenden. Wir wollen damit auch allen, die sich für den Erhalt der Wälder Rumäniens einsetzen, unsere Unterstützung ausdrücken. Denn es ist in Rumänien – wie auch in Deutschland – oft die Zivilgesellschaft, die den Schutz der Natur lange vor den zuständigen Regierungen betreibt. In Rumänien bezahlen sie dies oft mit ihrer Gesundheit. In Rumänien ist Gewalt gegen diejenigen, die sich gegen den illegalen Holzeinschlag stellen, keine Seltenheit. Gemeinsam mit Zivilgesellschaft und EU-Kommission müssen wir dem illegalen Holzeinschlag so bald wie möglich ein Ende setzen. Dafür werden wir Grüne im Europaparlament weiter kämpfen.

 

Mit grünen europäischen Grüßen

Sven Giegold

 

Der Brief an die EU-Kommission (nur auf Englisch verfügbar): https://sven-giegold.de/wp-content/uploads/2020/11/Letter-illegal-logging-in-Romania.pdf

 

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